{"id":20,"date":"2013-01-01T17:08:39","date_gmt":"2013-01-01T15:08:39","guid":{"rendered":"http:\/\/bls-senat.de\/zum-mythos-ludwig-ii-und-den-\u201cvon-bayern\u201d\/rudolf-reiser-konig-ludwig-ii\/"},"modified":"2016-11-01T22:07:49","modified_gmt":"2016-11-01T21:07:49","slug":"rudolf-reiser-konig-ludwig-ii","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bls-senat.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"Rudolf Reiser: K\u00f6nig Ludwig II"},"content":{"rendered":"<p>tz\u00a0 23.Okt. 2010:\u00a0 <strong>Kini-Forscher bekommt Morddrohungen<\/strong><br \/>\n<a title=\"Reiser-Buchvorstellung\" href=\"https:\/\/bls-senat.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/reiser_buchvorst_o11.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"Reiser-Buchvorstellung\" src=\"https:\/\/bls-senat.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/reiser_buchvorst_o11.thumbnail.jpg\" alt=\"Reiser-Buchvorstellung\" align=\"left\" hspace=\"6\" vspace=\"2\" \/><\/a>Der M\u00fcnchner Autor Rudolf Reiser recherchierte f\u00fcr ein Enth\u00fcllungs-Buch \u00fcber K\u00f6nig Ludwig II. Von einem K\u00f6nigstreuen aus Germering erhielt er deshalb sogar Morddrohungen.<\/p>\n<p>Wahnsinn: 2011\u00a0 j\u00e4hrt sich der Tod von Ludwig II. zum 125. Mal \u2013 und trotzdem sind Recherchen \u00fcber sein Leben und seinen Tod noch immer von solcher Brisanz, dass man als Historiker nicht nur mit Beschimpfungen leben muss, sondern sogar Morddrohungen erh\u00e4lt.<br \/>\n\u201eIch stand sogar fast ein Jahr unter Polizeischutz\u201c, gestand der M\u00fcnchner Autor Rudolf Reiser jetzt der tz. Der promovierte Historiker [*1941 in Regensburg, Bosl-Sch\u00fcler] , der sich seit Jahrzehnten mit dem M\u00e4rchenk\u00f6nig besch\u00e4ftigt, berichtet von einem Anrufer, der ihm entschlossen mitgeteilt habe: \u201eWenn Du dieser Schreiberling bist, bring\u2019 ich Dich um!\u201c<br \/>\nGlaubt man Historiker Rudolf Reiser, war das Leben des M\u00e4rchenk\u00f6nigs ein einziges Drama<br \/>\nReiser schaltet die Polizei ein. Die bat ihn, die Sache ernst zu nehmen und empfahl ihm, u. a. seine gewohnten Routen st\u00e4ndig zu wechseln. Au\u00dferdem fuhr eine Streife im Stundenrhythmus an seinem Haus vorbei.\u00a0 Doch gl\u00fccklicherweise konnte der Anrufer schnell ermittelt werden. Reiser: \u201eEs war ein K\u00f6nigstreuer aus Germering.\u201c Einer, der durch die Thesen Reisers, den Kini verunglimpft sah.<\/p>\n<p>Denn Reiser polarisiert, r\u00e4umt mit Klischees auf. In seinem neuen Enth\u00fcllungsbuch \u201eLudwig II. \u2013 Mensch und Mythos zwischen Genialit\u00e4t und G\u00f6tterd\u00e4mmerung\u201c, das er am Mittwoch in Starnberg pr\u00e4sentierte, behauptet er jetzt sogar: Ludwig II. sei nicht der Sohn Maximilians II., sondern der Spross des Kammerdieners Guiseppe Tambosi.<br \/>\nDer Name Tambosi \u2013 der Vater gr\u00fcndete ein ber\u00fchmtes M\u00fcnchner Kaffeehaus \u2013 f\u00e4llt in diesem Zusammenhang schon seit Jahren. Aber Reiser hat f\u00fcr seine These nun einen neuen Kronzeugen ausgemacht \u2013 den Stararchitekten der damaligen Zeit, Leo von Klenze. \u201eIch habe seine Aufzeichnungen ausgewertet. Wenn man die mit allen anderen Indizien zusammenf\u00fcgt, gibt es keinen Zweifel mehr.\u201c<\/p>\n<p>Das Bild, das Reiser, von der K\u00f6nigsfamilie zeichnet, ist von fast shakespearschem Format: Maximilian II. f\u00e4llt als Vater aus, weil er sich in einem Budapester Bad den Tripper geholt hat, die Mutter Marie, eine Preu\u00dfenprinzessin, wird mit Alkohol gef\u00fcgig gemacht\u2026 \u201eAber ganz egal, welcher Herkunft Ludwig II. ist, sein Lebenswerk sucht seinesgleichen\u201c, versucht Reiser K\u00f6nigstreue zu vers\u00f6hnen. \u201eF\u00fcr seine Eltern kann er nichts.\u201c<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Tambosi \u2013 Schl\u00fcsselfigur einer Trag\u00f6die<\/strong><br \/>\nEin K\u00f6nig, der Tripper hat, eine K\u00f6nigin, die bet\u00e4ubt und vergewaltigt wurde \u2013 Rudolf Reisers Ludwig-Biographie zieht alle Register. Der tz erkl\u00e4rte der Autor, der 30 Jahre als Wissenschaftsredakteur f\u00fcr die S\u00fcddeutsche Zeitung arbeitete, wie er zu dem Schluss kommt, dass Ludwig II. der Sohn des italienischen Kammerdieners Tambosi ist.<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Fakt 1<\/strong>: Reiser geht davon aus, dass Maximilian II, nicht der leibliche Vater sein kann, weil er sich 1835 bei einem Besuch der ber\u00fcchtigten Budapester B\u00e4der, den Tripper holte. Dar\u00fcber, so Reiser, berichteten sogar Zeitungen. Da die Krankheit hochansteckend ist, Maximilians Frau Marie aber zeitlebens gesund war, ist sich Reiser sicher, dass das Paar niemals Sex miteinander hatte.<br \/>\n<strong>Fakt 2<\/strong>: Laut Reiser macht Kammerdiener Guiseppe Tambosi eine erstaunliche Karriere. Er wird zum Kellermeister bef\u00f6rdert, mit Orden ausgezeichnet und bekommt, wie Reiser glaubt beweisen zu k\u00f6nnen, hohe geheime Geldzuwendungen. Aber nicht nur das.\u00a0 Gegen\u00fcber Leo von Klenze soll Maximilian wiederholt erkl\u00e4rt haben, dass Tambosi zwar ein Betr\u00fcger und elender Kerl sei, aber: \u201eIch kann ihn be\u00dfer als irgendeinen anderen gebrauchen.\u201c F\u00fcr Reiser ein Indiz, dass der K\u00f6nig Tambosi zum Stellvertreter k\u00fcrte.<a title=\"L II und Tambosi\" href=\"https:\/\/bls-senat.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/tambosi_l2_d12.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"L II und Tambosi\" src=\"https:\/\/bls-senat.de\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/tambosi_l2_d12.thumbnail.jpg\" alt=\"L II und Tambosi\" align=\"right\" hspace=\"6\" vspace=\"4\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Fakt 3<\/strong>: Reiser glaubt eine verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit zwischen Leopoldine, der Tochter Tambosis, und Ludwig feststellen zu k\u00f6nnen. Er ist sich sicher: \u201eSie ist seine Halbschwester.\u201c<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>Mehr dazu in Reisers Buch, das sich wie ein Krimi liest \u2013 auch die Kapitel \u00fcber Ludwigs Tod. Aber was hei\u00dft schon Tod? Reiser sagt: \u201eEs war ein perfider Mord. Ludwig wurde mit Chloroform bet\u00e4ubt und ertr\u00e4nkt.\u201c<br \/>\nRudolf Reiser:<br \/>\nK\u00f6nig Ludwig II, Mensch und Mythos zwischen Genialit\u00e4t und G\u00f6tterd\u00e4mmerung<br \/>\nMZ-Buchverlag,<br \/>\n168 S., 19,90 Euro.<br \/>\n(* 25. Aug. 1845 auf Schloss Nymphenburg, M\u00fcnchen;<br \/>\nentm\u00fcndigt am 10. Juni 1886,<br \/>\n\u2020 13. Juni 1886, bei Schloss Berg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>tz\u00a0 23.Okt. 2010:\u00a0 Kini-Forscher bekommt Morddrohungen Der M\u00fcnchner Autor Rudolf Reiser recherchierte f\u00fcr ein Enth\u00fcllungs-Buch \u00fcber K\u00f6nig Ludwig II. Von einem K\u00f6nigstreuen aus Germering erhielt er deshalb sogar Morddrohungen. 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